Bayer-Gelände: Eine Probe für den Ernstfall

Am Dienstag wurde die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und dem Pharma- und Chemiepark der Bayer HealthCare AG in Elberfeld
geübt. Eine groß angelegte Übung und mehrere kleine Übungen stehen im Jahr an.

Die verletzten Personen waren in Wirklichkeit Schüler des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums. Foto: Andreas Fischer
Wuppertal. Ein Gabelstapler hat in der Kälteversorgung von Gebäude 204 einen Behälter beschädigt. Ammoniak strömt aus. Ein Notruf
wird abgesetzt, wenige Minuten später haben die ersten Brandschutzfahrzeuge der Berufsfeuerwehr den Pharma- und Chemiepark der
Bayer HealthCare AG in Elberfeld erreicht.

Bei dem Szenario am späten Dienstagnachmittag handelt es sich glücklicherweise nicht um die Realität, sondern lediglich um eine Übung.
„Um im Ernstfall optimal reagieren zu können, ist ein eingespieltes Team wichtig“, sagt Standortleiter Herbert Stilligs.

„Deshalb üben unsere Kräfte der Bayer AG regelmäßig gemeinsam mit der Feuerwehr Wuppertal und anderen zuständigen Behörden.“
Etwa ein Mal im Jahr sollte es nach Möglichkeit eine solch groß angelegte Übung geben. Kleinere Übungen stehen wöchentlich auf dem
Programm.
„Jetzt läuft es hervorragend.“
(Siegfried Brütsch, Leitender Branddirektor.)
Mehrere Wagen der Feuerwehr, die im Werk stationiert sind, treffen als erstes auf dem Werksgelände ein. Absperrungen werden
aufgebaut, die Feuerwehrmänner ziehen einen Chemikalienschutzanzug über. Denn Ammoniak – wurde gestern selbstverständlich nicht frei
gesetzt – wirkt reizend und in höheren Konzentrationen auch ätzend.

Einige Männer gehen in das Gebäude hinein, nun trifft auch Unterstützung der Berufsfeuerwehren aus Barmen und Elberfeld ein.
Schläuche werden ausgerollt und ein Wasserschleier gesetzt, um die gefährlichen Dämpfe zu binden. Rettungsfahrzeuge und Notärzte
treffen ebenfalls ein. Die verletzten Personen, gespielt von Schülern des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums, können aus dem Gefahrenbereich
geborgen und behandelt werden.
Im Laufe der Übung bricht in einem Instandhaltungsraum des gleichen Gebäudes ein Feuer aus. Zudem befindet sich in unmittelbarer Nähe
zur Unfallstelle ein Eisenbahnkesselwagen mit einer brennbaren Flüssigkeit. Diesen gilt es, aus dem Gefahrenbereich zu entfernen. Auch
die Johanniter, die Umweltschutzeinheit der Feuerwehr und die Freiwilige Feuerwehr sind gefordert.

„Der Anfang verlief ein bisschen schleppend“, sagt der Leitende Branddirektor Siegfried Brütsch. „Aber jetzt läuft es hervorragend.“

Nach etwa zwei Stunden ist die Übung beendet – und damit auch die kostenlose Show für die Fahrgäste der Wuppertaler Schwebebahn.
Denn diese hatten aus luftiger Höhe einen hervoragenden Blick auf das spannende Geschehen am Boden.

25.04.2007
Von Sonja Bick