SEG RETT


Der Löschzug Schöller bildet zusammen mit den Löschzügen Dornap und Linde die Technikgruppe der SEG-Rettungsdienst. Diese Sonderaufgabe erfüllt der Löschzug Schöller seit Gründung der SEG im Jahre 1988.
Die Technikgruppe ist für den Aufbau und den Betrieb eines Behandlungsplatzes bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) zuständig. Dabei stellen die Löschzüge je zwei Fahrzeuge mit 12 Mann Besatzung, also im Idealfall insgesamt 36 Feuerwehrangehörige, die die ihnen zugewiesenen Aufgaben bewältigen. Neben den sechs Löschfahrzeugen stehen der Technikgruppe noch ein Anhänger mit 17,5 kVA Stromerzeuger und zwei Abrollbehälter mit medizinischem und technischem Gerät zur Verfügung. Die beiden Abrollbehälter werden durch Wechsellader der Berufsfeuerwehr zur Einsatzstelle gebracht, während der Stromerzeuger beim Löschzug Linde stationiert ist.
Kommt es zu einem Massenanfall von Verletzten, wird der LZ Schöller zusammen mit den anderen Einheiten der SEG Rettungsdienst alarmiert. Bei Einsatzstellen innerhalb Wuppertals fahren die einzelnen Einheiten je nach Lage direkt zur Einsatzstelle, oder treffen sich auf der Wache 1 der Berufsfeuerwehr. Bei Einsätzen außerhalb des eigenen Stadtgebietes treffen sich alle Einheiten auf der Wache 1, um von dort im geschlossenen Verband abzurücken.
An der Einsatzstelle richtet die Technikgruppe einen Bereitstellungsraum und einen Behandlungsplatz ein und versorgt ggf. die Patientenablagen mit medizinischem Material.
Im Bereitstellungsraum werden alle zur Einsatzstelle anrückenden Fahrzeuge gesammelt, registriert und nach Fahrzeugtyp und Besatzung sortiert. So wird ein Chaos an der Einsatzstelle verhindert und die benötigten Fahrzeuge können geordnet zum Einsatz gebracht werden.
Der Behandlungsplatz dient beim MANV zur Registrierung, Versorgung und Betreuung der verletzten Personen. Je nach Schadensausmaß werden bis zu 6 Zelte aufgebaut.

Zelt   Patientenzustand   Kapazität   Beschreibung  
Eingangszelt   Alle betroffenen Personen, d.h. verletzte sowie unverletzte Personen.   unbegrenzt   Hier erfolgt die Registrierung aller betroffenen Personen und eine weitere Triage durch einen Notarzt. Die Verletzten werden den entsprechenden Zelten im Behandlungsplatz zugewiesen.  
S I   Akute, vitale Bedrohung.
Sofortbehandlung  
Gleichzeitig
6 Verletzte  
Behandlung bis zur Transportfähigkeit  
S II   Schwer verletzt / erkrankt   Gleichzeitig
6 Verletzte  
Behandlung bis zur Transportfähigkeit  
S III   Leicht verletzt / erkrankt   Gleichzeitig
ca. 10 Verletzte  
Behandlung und Betreuung, bis Transport möglich wird.  
S IV   Ohne Überlebenschance, sterbend.   Gleichzeitig
4 Verletzte  
Abwartende Behandlung, Sterbebegleitung. Transport bei freier Transportkapazität.  
Ausgangszelt   Alle betroffenen Personen.   unbegrenzt   Verteilung der Verletzten auf die verfügbaren Krankenhäuser und Anforderung der benötigten Transportmittel aus dem Bereitstellungsraum.  

Alle verfügbaren Zelte können beleuchtet und mit Strom versorgt werden, für die Behandlungszelte stehen zusätzlich Zeltheizungen zur Verfügung.
Seit dem Jahr 2005 verfügt die SEG Rettungsdienst über ein computergestütztes System zur Erfassung und Verwaltung der Patienten im Behandlungsplatz. Der Eingang und der Ausgang des Behandlungsplatzes sowie der Bereitstellungsraum sind mit je einem Laptop ausgestattet, die via GPRS oder UMTS miteinander kommunizieren können. Dadurch ist eine schnelle Registrierung, Dokumentation und Nachverfolgung des Verbleibs der betroffenen Personen möglich. Mit diesem System ist ein direkter Kontakt zum zentralen Bettennachweis möglich, was eine effiziente und schnelle Zuordnung der Patienten zu den entsprechenden Krankenhäusern ermöglicht. Für die Leitstelle und die Polizei besteht jederzeit die Möglichkeit, Daten über die registrierten Personen abzurufen.
Erwähnenswert ist ebenfalls die Ausstattung des Behandlungsplatzes mit einer Telefonanlage, bestehend aus 9 Mobilteilen und einer Basisstation. Somit ist eine Kommunikation innerhalb des Behandlungsplatzes möglich, ohne den Einsatzstellenfunk zu belasten.

Einsätze der SEG Rett

Datum   Art   Ort   Info  
08.12.1988   Einsatz   Remscheid   Flugzeugabsturz  
30.05.1991   Bereitstellung   Wuppertal   SEK Einsatz der Polizei  
20.08.1993   Einsatz   Remscheid   Gasexplosion Fa. Vaillant  
13.12.1993   Einsatz   Wuppertal   Brand eines Supermarktes  
18.09.1995   Bereitstellung   Wuppertal   Bombenbergung  
16.01.1996   Einsatz   Wuppertal   Brand der Wicküler Brauerei  
16.03.1996   Bereitstellung   Wuppertal   Kurdendemonstration  
11.04.1996   Einsatz   Düsseldorf   Flughafenbrand  
15.11.1996   Einsatz   Wuppertal   Firma Coroplast -Chemieunfall  
21.08.1997   Einsatz   Wuppertal   Gefahrstoffaustr. Autobahn A1  
03.03.1999   Einsatz   Wuppertal   Kind vermisst auf Teich  
12.04.1999   Einsatz   Wuppertal   Schwebebahnabsturz  
08.06.1999   Einsatz   Wuppertal   Explosion Bayer Werk  
18.01.2000   Bereitstellung   Wuppertal   Hochhaus Stromlos  
29.01.2000   Bereitstellung   Wuppertal   A46 - MANV  
14.10.2000   Bereitstellung   Wuppertal   PLO Demonstration  
28.06.2001   Einsatz   Wuppertal   Chemieunfall  
07.09.2001   Einsatz   Wuppertal   Brand Grünsiedelpassage, Barmen  
10.10.2001   Bereitstellung   Wuppertal   Bombendrohung Cityarkaden  
12.12.2001   Einsatz   Wuppertal   Brand einer Firma in Ronsdorf  
17.07.2002   Einsatz   Wuppertal   Brand eines Altenheims in Cronenberg  
20.09.2003   Fehlalarm   Remscheid   Fälschliche Alarmierung zur Alarmübung im Schwimmbad Remscheid  
21.08.2005   Einsatz   Köln   Weltjugendtag  
22.06.2006   Bereitstellung   Dortmund   Bereitschaftseinsatz in Dortmund für ein WM-Spiel  
18.01.2007   Bereitstellung   Wuppertal   Stromausfälle durch Orkan Kyrill